White House Down – Viel Getöse um theoretisch nix

By Marco
In Film
Sep 11th, 2013
0 Comments
1297 Views

Hach… wie soll man bei so einem Film eine „Kritik“ anfangen. Ich meine, wenn ich vor dem Kino stehe und – mit dem festen Vorsatz einen Actionfilm zu sehen – in einen Roland Emmerich Film maschiere, dann bekomme ich genau das. Action vom Feinsten. Alles andere ist egal.

Kurz zur Story, ohne etwas spoilern zu wollen, was schwer ist, da man die Story theoretisch mit einem Satz ad acta legen könnte – einem extrem kurzen Satz: Das Weiße Haus wird von einigen bösen Typen eingenommen, die vordergründig Lösegeld für ihre Geiseln fordern. Den echten Grund zu verraten wäre dann doch ein fieser Spoiler. Aber keine Sorge, an einem Herzinfarkt vor Überraschung werdet ihr sicher nicht sterben.

Natürlich ist der Held (gespielt von Channing Tatum) auch gerade zufällig zugegen und beginnt recht fix mit der Dezimierung der bösen Jungs. Das geht über 120 Minuten. Dann gehen dem Helden die Ziele aus, alle umarmen sich und der Abspann läuft. Tja… das ist im Kern wirklich die ganze Geschichte. Ihr merkt: Das Script hätte sich auch ein Sechstklässler aus den Fingern saugen können. Allerdings ist das für mich – der ja nur einen Action Film sehen wollte – erstmal zweitrangig.

Viel wichtiger: Explosionen. Vielleicht drumherum noch ein paar Schiessereien, Kloppereien, sinnlose Verfolgungsjagden und ach am besten explodiert dann noch mehr. Und genau das bekommt White House Down sehr gut hin. Nachdem der lahme Geschichtsrahmen aufgestellt wurde (ca. 15 Minuten) wird eigentlich nur noch geballert. Großartig. Ihr seht also fast 90 Minuten wirklich nur Action auf der Leinwand.

Da ist dann auch wirklich alles dabei, was ein Actionfan braucht. Das Weiße Haus wird fachgerecht in sämtliche Bestandteile zerlegt. Flugzeuge, Helikopter, Panzer und Autos werden gesprengt. Es gibt sogar eine Verfolgungsjagd auf dem Rasen vor dem Weißen Haus (kurios… denn die Autos fahren immer nur um einen Brunnen – nicht drüber nachdenken!). Dazu gibt es eine Vielzahl von flapsigen und coolen Sprüchen, die sich Held und Präsident (gespielt von Jamie Foxx) gegenseitig zuschanzen. Stellenweise erinnert der Film gravierend an neuere Stirb-Langsam-Teile (eher an Stirb Langsam 4.0 – nicht an den doofen fünften Teil).

Das Ende des Films kommt dann in wahrer Hollywood-Manier daher. Also ganz böse patriotischer Scheiß mit unglaublich viel Schmalz und noch mehr Zuckerguss. Furchtbar. Grausam. Wobei ich Emmerich zu Gute halten muss, dass der patriotistische Touch im Film nicht ganz so krass ausgefallen ist wie beispielsweise bei seinem Independence Day. Aber der Grundton ist natürlich da.
Ein bisschen American Way of Life muss auch noch rein: Der Held ist nämlich eigentlich ein ziemlicher Versager, rettet dann aber mal eben den Tag und die westliche Zivilisation und ist am Ende des Tages der absolute Oberhecht im Teich. Vom Tellerwäscher zum Millionär in knapp 120 Minuten. Respekt.

Fazit

Es mag sich zwar nicht so anhören, aber der Film war wirklich gut. Schafft man es das Ganze dediziert zu betrachten, unterhält der Film auf den Ebenen, die er bedienen will. Es ist ein absolut platter Actionfilm. Darin ist er aber owsm. Die Action ist 1A inszeniert. Die Effekte sind ausgereift. Die Dialoge zum Teil wirklich lustig. Das war genau das, was ich von dem Film erwartet habe und es war genau das, was ich sehen wollte (zumindest an diesem Abend).

Wer einen hochtrabenden Politthriller mit guter Handlung, etwas Action und wahnsinngen schauspielerischen Leistungen sehen will, sollte besser ein Ticket für einen anderen Film kaufen.